05.26.08

Vorsicht: Quecksilber in Fisch !

Veröffentlicht in Umweltschutz tagged , , um 9:28 von Knäcke Blöd

In ganz Schweden weisen gefangene Fische aus den meisten Seen Quecksilberwerte auf die über den zugelassenen Grenzwerten liegen. Schon während der 80iger Jahre im letzten Jahrhundert hatte die zentrale Schwedische Lebensmittelbehörde aufgrund der hohen Verunreinigung mit Quecksilber ein Verbot erteilt Fische aus tausenden von Seen als Lebensmittel zu verkaufen. Dieses Verbot wurde Anfang der 90iger dann aufgehoben. Aber mittlerweile steigt die Belastung mit diesem Schadstoff aber jährlich schon seit fast einem Jahrzehnt wieder mit mehreren Prozent.

Möchte nur allzu gerne wissen wie viele Deutsche Freizeitangler während des Sommerurlaubs sich hier mit diesem Gift vollpfropfen ….

05.06.08

Sauber – Teil 2

Veröffentlicht in Umweltschutz tagged , , , , , , , , , um 11:08 von Knäcke Blöd

Nach Artikeln über Müll in öffentlichen Parks und Arzneimitteln im Stockholmer Binnensee Riddarfjärden, jetzt mal ein paar Zahlen zu Umweltverschmutzung in unterschiedlichen Gegenden in Schweden.

Auf einer Liste der schwedischen Umweltschutzbehörde („naturvårdsverket„) kann man von 38 „Objekten“ erfahren, von denen aufgrund sehr hoher Konzentrationen an Giften unmittelbare Bedrohung für die umliegenden Ökosysteme ausgehen. Darunter auch die bei Deutschen Touristen sehr bekannte Kristallglasfabrik Kosta. Man schätzt, daß so um die 420 Tonnen Arsenik, 27 Tonnen Kadmium und 30 Tonnen Blei in den verstreuten Arealen der Kristallglashersteller im „Glasreich“ in Småland in der Erde lagern.

Aber auch die Textilherstellung in Borås hat Spuren hinterlassen. In Grundablagerungen von örtlichen Gewässern findet man dioxin, DDT, Zink und Krom in hohen Konzentrationen. Seit vielen Jahren diskutiert man eine gezielte Sanierung, aber nachdem kein Geld dazu vorhanden ist geschieht auch nichts.

Im Ekagebiet am See Bengtsbrohöljen liegen seit der Stilllegung einer Chlor- und Chlorkalkfabrik im Jahr 1925 immer noch geschätzte 16 Tonnen Quecksilber und jede Menge anderer Gifte in den Erdmassen. Wo man doch heutzutage sich darüber im Klaren sein sollte, wie toxisch doch vor allem die organischen Verbindungen des Quecksilbers sind, wenn sie mit der Nahrung aufgenommen werden.

Aber von all diesem Dreck sehen Deutsche Touristen ja wohl kaum was … oder? Nein, natürlich nicht, diese verpesteten Industrieareale besichtigt man ja nicht, und denkt wohl auch nicht so weit, daß da alleine im Glasreich in Småland ungefähr 44kg Arsenik, 12kg Kadmium und 165kg Blei jährlich ins Grundwasser übergehen.

04.27.08

Skål !

Veröffentlicht in Stockholm, Umweltschutz tagged , um 10:11 von Knäcke Blöd

Sauberes Trinkwasser sollte man sich doch gerade hier in Stockholm erwarten können. Bis vor wenigen Jahren hat man hier jedes Jahr im Sommer ein „Wasserfestival“ abgehalten, und damit unter anderem auf die tolle Wasserqualtität hinweisen wollen. Der Vorsitzende der Stockholmer Hotel- und Gaststättenbranche Mats Hulth hat damals auch mal ein Glas Wasser direkt aus dem Riddarfjärden getrunken, um zu Publicityzwecken zu zeigen wie sauber die Gewässer hier in der Stockholmer Innenstadt seien. Damals schon hat er sich eine Durchfallerkrankung eingefangen, was wohl nicht Sinn und Zweck der Sache war ….

Heute konnte man in den Nachrichten hören, daß Trinkwasser in Stockholm mittlerweile mehr an aktiven Arzneimitteln und deren Abbaubprodukten enthält als beispielsweise Trinkwasser in Amsterdam, Manchester oder in New York. Betablocker (Metoprolol), Schmerz- und Entzündungsdämpfende Preparate (Ibuprofen, Naproxen) und schon vor einiger Zeite konnte man auch Antidepressiva nachweisen. Überrascht?

Natürlich hört man von offizieller Seite, daß man diese Substanzen nur in so geringen Mengen nachweisen konnte die für Menschen nicht gefährlich seien. Und natürlich kein Wort darüber wie allerdings das Ökosystem in diesen Binnenseen beeinträchtigt wird, bzw wie solche Substanzen sich im Körper von Fischen anreichern, die ja schliesslich von Menschen verzehrt werden. Wäre ja zu viel verlangt, mal ein bisschen weiter zu denken ….

Zum Wohl !