Dienstag, 6 Mai, 2008
Sauber – Teil 2
Nach Artikeln über Müll in öffentlichen Parks und Arzneimitteln im Stockholmer Binnensee Riddarfjärden, jetzt mal ein paar Zahlen zu Umweltverschmutzung in unterschiedlichen Gegenden in Schweden.
Auf einer Liste der schwedischen Umweltschutzbehörde (“naturvårdsverket“) kann man von 38 “Objekten” erfahren, von denen aufgrund sehr hoher Konzentrationen an Giften unmittelbare Bedrohung für die umliegenden Ökosysteme ausgehen. Darunter auch die bei Deutschen Touristen sehr bekannte Kristallglasfabrik Kosta. Man schätzt, daß so um die 420 Tonnen Arsenik, 27 Tonnen Kadmium und 30 Tonnen Blei in den verstreuten Arealen der Kristallglashersteller im “Glasreich” in Småland in der Erde lagern.
Aber auch die Textilherstellung in Borås hat Spuren hinterlassen. In Grundablagerungen von örtlichen Gewässern findet man dioxin, DDT, Zink und Krom in hohen Konzentrationen. Seit vielen Jahren diskutiert man eine gezielte Sanierung, aber nachdem kein Geld dazu vorhanden ist geschieht auch nichts.
Im Ekagebiet am See Bengtsbrohöljen liegen seit der Stilllegung einer Chlor- und Chlorkalkfabrik im Jahr 1925 immer noch geschätzte 16 Tonnen Quecksilber und jede Menge anderer Gifte in den Erdmassen. Wo man doch heutzutage sich darüber im Klaren sein sollte, wie toxisch doch vor allem die organischen Verbindungen des Quecksilbers sind, wenn sie mit der Nahrung aufgenommen werden.
Aber von all diesem Dreck sehen Deutsche Touristen ja wohl kaum was … oder? Nein, natürlich nicht, diese verpesteten Industrieareale besichtigt man ja nicht, und denkt wohl auch nicht so weit, daß da alleine im Glasreich in Småland ungefähr 44kg Arsenik, 12kg Kadmium und 165kg Blei jährlich ins Grundwasser übergehen.