05.26.08
Vorsicht: Quecksilber in Fisch !
In ganz Schweden weisen gefangene Fische aus den meisten Seen Quecksilberwerte auf die über den zugelassenen Grenzwerten liegen. Schon während der 80iger Jahre im letzten Jahrhundert hatte die zentrale Schwedische Lebensmittelbehörde aufgrund der hohen Verunreinigung mit Quecksilber ein Verbot erteilt Fische aus tausenden von Seen als Lebensmittel zu verkaufen. Dieses Verbot wurde Anfang der 90iger dann aufgehoben. Aber mittlerweile steigt die Belastung mit diesem Schadstoff aber jährlich schon seit fast einem Jahrzehnt wieder mit mehreren Prozent.
Möchte nur allzu gerne wissen wie viele Deutsche Freizeitangler während des Sommerurlaubs sich hier mit diesem Gift vollpfropfen ….
05.09.08
WOW !!!!!!!!!
Die Stockholmer Stadtverwaltung sucht für den stadteigenen Konzern SL („Stockholms Lokaltrafik“, frei übersetzt „Stockholmer Kommunalverkehr“) eine Partnerfirma die von 2009 an die Versorgung mit öffentlichen Verkehrsmitteln verbessern soll. Eines der Probleme hier in Stockholm ist, daß viele U-Bahnzüge einfach nicht pünktlich ankommen. Beispielsweise schaffen es nur 89% der Züge auf der „grünen“ Linie geplante Ankunftszeiten einzuhalten. Die „rote“ und „blaue“ Linie sind da schon etwas zuverlässiger, mit Vergleichsziffern von 95% und 97%. Aber halt immer noch weniger pünktlich als U-Bahnlinien in anderen Grossstädten. Tokio bespielsweise, wo 99% aller Züge pünktlich ankommen obwohl man mit 3,8 Millionen Fahrgästen täglich dort ein vielfaches mehr an Passagieren transportiert als in der Schwedischen Hauptstadt.
Jetzt hat die europäische Tochtergesellschaft der Firma MTR aus Hong-Kong der Stockholmer Stadtverwaltung ein Angebot im laufenden Bewerbungsverfahren gemacht. Bei einem Besuch der Europabosse von MTR in Stockholm äusserte sich Jeremy Long, das höchste Tier, sich dann nicht nur zu mangelnder Pünktlichkeit sondern auch zum Thema „Sauberkeit“ in den örtlichen Nahverkehrsmitteln. Ich zitiere wortwörtlich:
Die Reinlichkeit in der Stockholmer U-Bahn ist nicht die allerbeste.
Der gute Mann spricht mir aus der Seele. Man kann nur hoffen, daß sich dies mit der Übernahme einer ausländischen Firma zum Besseren änderen würde. Unter anderem hat auch die Deutsche Bahn Interesse angemeldet. Schau’n wir mal ….
05.06.08
Sauber – Teil 2
Nach Artikeln über Müll in öffentlichen Parks und Arzneimitteln im Stockholmer Binnensee Riddarfjärden, jetzt mal ein paar Zahlen zu Umweltverschmutzung in unterschiedlichen Gegenden in Schweden.
Auf einer Liste der schwedischen Umweltschutzbehörde („naturvårdsverket„) kann man von 38 „Objekten“ erfahren, von denen aufgrund sehr hoher Konzentrationen an Giften unmittelbare Bedrohung für die umliegenden Ökosysteme ausgehen. Darunter auch die bei Deutschen Touristen sehr bekannte Kristallglasfabrik Kosta. Man schätzt, daß so um die 420 Tonnen Arsenik, 27 Tonnen Kadmium und 30 Tonnen Blei in den verstreuten Arealen der Kristallglashersteller im „Glasreich“ in Småland in der Erde lagern.
Aber auch die Textilherstellung in Borås hat Spuren hinterlassen. In Grundablagerungen von örtlichen Gewässern findet man dioxin, DDT, Zink und Krom in hohen Konzentrationen. Seit vielen Jahren diskutiert man eine gezielte Sanierung, aber nachdem kein Geld dazu vorhanden ist geschieht auch nichts.
Im Ekagebiet am See Bengtsbrohöljen liegen seit der Stilllegung einer Chlor- und Chlorkalkfabrik im Jahr 1925 immer noch geschätzte 16 Tonnen Quecksilber und jede Menge anderer Gifte in den Erdmassen. Wo man doch heutzutage sich darüber im Klaren sein sollte, wie toxisch doch vor allem die organischen Verbindungen des Quecksilbers sind, wenn sie mit der Nahrung aufgenommen werden.
Aber von all diesem Dreck sehen Deutsche Touristen ja wohl kaum was … oder? Nein, natürlich nicht, diese verpesteten Industrieareale besichtigt man ja nicht, und denkt wohl auch nicht so weit, daß da alleine im Glasreich in Småland ungefähr 44kg Arsenik, 12kg Kadmium und 165kg Blei jährlich ins Grundwasser übergehen.